Literatur

Bekoff Marc, Pierce Jessica, Vom Mitgefühl der Tiere. Verliebte Eisbären, gerechte Wölfe und trauernde Elefanten, Franckh Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart 2011
Die Verhaltensbiologen Marc Bekoff und Jessica Pierce haben sich jahrelang mit dem Sozialleben der Tiere beschäftigt und zeigen anhand ihrer auf Erlebnissen beruhenden Forschungsergebnissen: Tiere sind uns ähnlicher, als die liebe Wissenschaft es wahr haben will. Sie haben erfahren, dass auch andere Lebewesen über Verhaltensweisen verfügen, die auf Gerechtigkeitssinn, Mitgefühl, Vergebung, Treue und Urteilsvermögen basieren. Nicht nur der Mensch. Ein schönes, unterhaltsames Buch mit erstaunlichen Beobachtungen.

Hal Herzog, Wir streicheln und wir essen sie. Unser paradoxes Verhältnis zu Tieren, Carl Hanser Verlag, München 2012
Der Anthrozoologe Hal Herzog analysiert hier das paradoxe Verhältnis von Menschen zu Tieren. Warum hält der Mensch bestimmte Tiere als Haustiere, die er verwöhnt und beinahe vermenschlicht? Warum hat er andere Tiere zum Essen auserkoren, nimmt ihnen alle Freiheiten nimmt und tötet sie letztendlich? Warum führt er bei anderen Tierversuche durch? In seinen Analysen bezieht er auch kulturelle Unterschiede mit ein: Warum halten Menschen in Europa beispielsweise Hunde als Haustiere, schreien aber auf, wenn gerade diese in asiatischen Ländern verspeist werden, wie in Europa das Rind oder das Schwein. Ein interessantes Buch mit soziologischen und psychologischen Analysen, die zum Nachdenken anregen.

Melanie Joy, Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen. Karnismus – eine Einführung, compassion media, Münster 2013

Die Professorin für Psychologie und Soziologie stellt in ihrem Buch Widersprüche im Essverhalten von Fleisch dar und den Anlass, warum viele dies überhaupt tun. Wie kommt es, dass eine Gesellschaft Karnismus als etwas Normales ansieht? Ein wunderbares und absolut empfehlenswertes Buch.

Johnson, William, Zauber der Manege?: der grausame Alltag der Tiere in Zirkus, Tierschau und Delfinarium, Rasch und Röhring Verlag, Hamburg 1992                         

William Johnson berichtet in diesem Buch über die Haltungsbedingungen von Tieren in diesen Anlagen und wie sie tatsächlich dazu gebracht werden, Kunststücke vorzuführen. Wie diese Tiere dabei leiden und wie sie mit den Erniedrigungen umgehen. Und er scheut auch nicht davor zurück, das internationale und teilweise kriminelle Geschäft mit Delfinen aufzudecken.

Jeffrey M. Masson, Susan McCarthy, Wenn Tiere weinen, Rowohlt Verlag, Reinbek 1996                                              Laut der herrschenden Lehre in der akademischen Biologie und Verhaltensforschung haben Tiere kein differenziertes Gefühlsleben wie der Mensch, sondern nur Reflexe, Reaktionen, Instinkte und Impulse. Jeffrey M. Masson und Susan McCarthy beweisen anhand von teils erstaunlichen Beobachtungen das Gegenteil: Tiere haben sehr wohl ein differenziertes Gefühlsleben. Sie fühlen wie wir! Dieses Buch ist ein Anreiz für alle Tierliebhaber, sich noch intensiver mit Tieren zu beschäftigen, um sie noch besser verstehen zu können.

Jeffrey M. Masson, Wovon Schafe träumen. Das Seelenleben der Tiere, Wilhelm Heyne Verlag, München 2006                              Der Verhaltensforscher zeigt anhand von Geschichten, dass auch Tiere über ein komplexes Seelenleben verfügen. Und ist daher von einem überzeugt: Die Menschen müssen ihre Überheblichkeit gegenüber den Tieren ändern und diesen mehr Respekt und Verständnis entgegenbringen. Es ist an der Zeit!

Karine Lou Matignon, Was Tiere fühlen, Frederking und Thaler Verlag, München 2006
Diese Buch kann man als ein Bildband von Tieren in wunderschönen emotionalen Situationen beschreiben. Inhaltlich ist es leider etwas oberflächlich. Aber für alle, die wunderschöne und emotionsgeladene Tierbilder mögen, hat dieses Buch viel zu bieten.

Sy Montgomery, Das glückliche Schwein. Vom Leben mit einem außergewöhnlichen Freund, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 2007
Ein wunderbares und aufheiterndes Buch, auch wenn das Ende traurig ist. Die renommierte Naturforscherin beschreibt in diesem Buch ihr Leben mit einem Schwein namens Christopher Hogwood. Ihr Mann und sie haben Christopher krank und geschwächt aufgenommen. Sie hatten Mitleid und wollten ihn retten und dass, obwohl sie weder Medizin noch einen Stall für Schweine hatten. Aber sie schafften es: Aus dem kleinen, kranken Ferkel wurde ein stattlicher Eber, der wusste, was er wollte und das ganze Landleben auf den Kopf stellte. Jeder, der einem Schwein noch nie größere Beachtung geschenkt hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen…..alle anderen natürlich auch!

Cynthia Moss, Die Elefanten vom Kilimandscharo. 13 Jahre im Leben einer Elefantenfamilie, Rasch und Röhring, Hamburg 1990                                                                  

Auch wenn man selbst nicht die Möglichkeit hatte, mit Elefanten in ihrer natürlichen Umgebung aufwachsen zu sehen und zu beobachten. Dieses Buch füllt die Lücke. Cynthia Moss hat dreizehn Jahre mit einer Elefantenfamilie verbracht und Generationen kommen und gehen sehen. Alle Familienmitglieder haben einen Namen, sie sind keine Nummern. Das Buch erzählt das Auf und Ab einer Elefantenfamilie und lässt auch die schrecklichen Geschehnisse wie Wilderei nicht aus.

Leo Tolstoi, Clara Wichmann, Elisée Reclus, Magnus Schwantje u.a., Das Schlachten beenden! Zur Kritik der Gewalt an Tieren. Anarchistische, feministische, pazifistische und linkssozialistische Traditionen, Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2010 Dieses Buch geht den historischen Spuren der heutigen Kontroversen um Veganismus, Tierrechts-Bewegungen und deren Kampagnen nach.